Das erste geheime Treffen Part. 2

… Nachdem die Spielzeuge wieder versorgt, die Koffer geschlossen und die Türe ins Schloss gefallen war, machte sich die illustre Gruppe der groovenden 5 in Richtung kleine Schanze auf. Bei Sonnenschein, Eiskaffee und Bier (ob mit oder ohne Alkohol sei jetzt mal dahin gestellt) meinte der Hornist dann, er wäre dabei. Dabei, etwas zu starten und dabei, neue Melodien zu spielen. Natürlich wurden auch nebensächliche Dinge besprochen (Wie viel kosten 20 gramm Tabak in China, wird in China Musik gemacht, und gibt es dieses China überhaupt). Wesentliche Dinge (Wieviel würde es kosten, in China Musik aufnehmen zu gehen, wie würde das denn in China gehen, gilt in China auch Rechtsverkehr) wurden besprochen, sind jedoch streng vertraulich. Und auf einmal hat sich die Gruppe getrennt und jeder ging bis zum nächsten Treffen wieder seinen eigenen weg (fast).

Das erste geheime Treffen Part. 1

Am 09.04.2017 morgens schon um 11.00 Uhr traf sich eine illustre Gruppe von 5 Personen hinter verschlossenen Türen in der nähe des Hauptbahnhofs Bern. Die Augen der Einen waren noch klein, die Kater der Anderen gross, dritte hatten Hunger und 4 hatten verschlafen. Gesprochen wurde nicht viel zu früher Stunde. Vielmehr wurden Kabel versenkt, Pauken und Toms repariert, Gitarren geflickt und ein altes Horn fand in seinem Spieler den Meister. Ja, es wird wieder gespielt im Groove Doc Land, etwas zwischen Funk und Rock, zwischen Jazz und Folklore. Zu Beginn nichts konkretes, es geht um Spiel und Spass, um erste versteckte Küsse zweier Verliebten. Nach dem Spiel mahnten die Ausdrücke der Gruppe wie nach dem Sex mit derselben. So soll es sein. Und es geht noch weiter…

Die Krux mit dem Rest der Schweiz

Das Aaretal und die Situation der Band lassen sich vielleicht mit jener des Frodo Beutlin vergleichen. Dieser wollte das Auenland eigentlich nie verlassen. Warum auch? Und wie der Herr Beutlin dachten auch wir lange, wir hätten hier ja alles (was ja auch stimmt, zu einem gewissen Teil). Nun, der Herr Beutlin konnte irgendwann auf dem Pferd des Zaubermeisters mitreiten. Auch wir hatten immer mal wieder die Gelegenheit, eine Stallkutsche zu erhalten und mit dieser die gewohnte Umgebung zu verlassen. Gefallen hat es uns an verschiedenen Orten, richtig heimisch wurden wir bis jetzt ausserhalb unseres Auenlandes nur in Solothurn. Warum das so ist, wissen wir nicht. Ist es die Verbundenheit zur Aare, die Anstrengung weiter zu gehen oder die Genügsamkeit?

Gewürfelt, gezogen, und wie unser Bassist dazustiess

Groove Doc Deluxe 112 hiessen wir einst stolz (schon damals mit mehr musikalischem als namensgeberischem Talent). Anno 2009, zusammengewürfelt zum Münsinger Vorzeige-Zusammenspiel-Projekt, schrieben diese jungen Musikanten erste hits-to-be wie “Wäutebummler” und “Brunos Holzfäller-Swing”.

Ohne die Fesseln der übergeordneten Institution konnten manche Menschen weiterziehen, andere wurden dazugezogen. Ein stolzer Gitarrist (“Ich würde nie Bass spielen, da haste ja nur 4 Saiten und spielst nur einen Ton auf’s Mal, das ist was für Trottel…”) wurde zu seinem Glück genötigt (“Unsere Bassistin ist weg, nächsten Montag um 7 ist Probe, schau zu, dass du einen Bass hast!”).

Die darauffolgende produktive Phase mit “Stolen Wire”, “Musig Dri” und “Sunday Evening” war so euphorisierend, dass der Ruf nach Konservierung laut wurde. Nachdem ihnen am ersten Wochenende im Studio klargemacht worden war, dass ein Album normalerweise mehr als 5 Stücke beinhaltet, liessen sie die fehlenden auch noch entstehen.

Wir haben nichts unterschrieben und sind trotzdem geblieben

Das letzte Konzert ist gespielt, die Musik verstummt, der letzte Gast verlässt die Mahagony Hall. Ich setze mich um 02.00 Uhr morgens an diesem 18.02.2017 noch einmal vor das legendäre Gebäude und sinniere über die Vergangenheit. Wir haben etliche gute, einige sehr gute Konzerte gespielt und ein paar mehr. Und während der Zeit zwischen der ersten Plattentaufe, damals im 2013, und heute, sind wahrscheinlich mehr Wölfe erschossen worden als wir Lieder geschrieben haben. Und doch sind es eine Hand voll, mit viel Phantasie deren zwei. Und diese vielleicht zwei Hände voll gehören mittlerweile zu uns wie das Wasser zur Aare.
Die Band ist zwischenzeitlich mehr zur Familie geworden, wir verstehen uns, ohne gross zu sprechen. Wir schlagen uns, wir streiten uns, wir lieben und vergeben. Wie das halt eben so ist. Wir haben viel versprochen in den letzten Jahren und wenig davon gehalten. Das lag an verschiedenen Umständen. Eigentlich haben wir damals im 2013 etwas für uns machen wollen, ein Projekt zu Ende bringen. Musik konservieren, ein paar Konzerte spielen, basta. Naja, wir haben danach einfach vergessen, die Türe hinter uns zu schliessen. Wir wollten sie nicht schliessen. Nun ist es soweit, und die entscheidende Frage wird bald beantwortet: Geben wir uns noch einmal einen Silberling, oder lassen wir es sein?

Halt wieder Kälte …. 2

Auf dem Weg in den Bandraum mit dem Velo hauts einen schon fast wieder an den Sack, und die Heilsarmee begleitet einen auf dem Streifzug durch den morgendlichen Nebel. Da ist er, der Winter, die Leute zuhause, die Wahlen durch und alles beim Alten. “Aute Wy us nöie Schlüüch, nur d Vögu pfiiffe schüüch vo de Decher…”

Unwillkürlich zeitig kommen wir mit bewegten Bildern und frischen Tönen. Wer dadurch begierig wird, darf uns gerne in der Orangerie besuchen. Und wenn ihr mehr Sterne sehen wollt:

Summer Of Love

Eigentlich heisst das SOL in Solstage ja Support Our Lifestyle. Aber wir mögen auch Sex Ohne Liebe. Denn was wir lieben, ist diese putzige kleine Bühne im Zentrum der Berner Neustadt. Und deshalb spielen wir da am 03.09.2016, bereits um 20.00 Uhr, da die Afterparty vom supergeilen Berner Reggae-Soundsystem KingSizeSound geliefert wird. Eintritt natürlich frei mit und ohne Hut. Solstage.ch, das wird fett!

Und wir dürfen gleich ein nächstes Konzert ankünden: ma·ni·fẹst  heisst das am 26.08.2016 erstmals im Gaskessel stattfindende Sommerfest. Wir spielen um 22.45 Uhr, vorher und (nicht verpassen!) nachher spielen weitere Bands, gibt’s Marktstände, Disco und was zu saufen.